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Degrowth und Verteilungsgerechtigkeit – in der Debatte um wirtschaftliches Wachstum gehen auch die Ansichten von Linken auseinander

Steffen Kühne und Tadzio Müller
Das mit der Wachstumskritik ist schon schwierig für die Linke. Wie formulierte Alexis Tsipras von der griechischen Syriza-Partei unter großem Applaus auf dem Parteitag der LINKEN im Mai in Berlin? Eine «Gesellschaft der Gerechtigkeit, der Solidarität und des Wachstums» müsse als linkes Konzept der herrschenden EU-Politik entgegengestellt werden.
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Die meisten linken Kräfte rufen gegenwärtig eher nach mehr, nicht nach weniger Wachstum – zumindest dann, wenn es hart auf hart kommt – seien es mehr Jobs, mehr Sozialleistungen, mehr «Entwicklung». Beispiel Martin Khor, der Chef des renommierten, wenngleich wegen seiner Nähe zur chinesischen Regierung nicht unumstrittenen South Centre. Er betont mit guten Gründen immer wieder das «Recht auf Entwicklung» der Staaten des globalen Südens – was unter gegebenen Bedingungen ein Recht auf wirtschaftliches Wachstum ist. Nicht zu vergessen ist auch die vor allem in Lateinamerika geführte Debatte um linke Regierungen und ihren so genannten «Neoextraktivismus », kurz: Verkauf einheimischer Bodenschätze und Rohstoffe auf den Weltmärkten mit dem Ziel der Steigerung und gerechten Verteilung der Staatseinnahmen. Das langfristige Ziel eines nachhaltigen Entwicklungsmodells wird dort hinter die Bedürfnisse großer Teile der WählerInnenschaft nach Verteilungsgerechtigkeit zurückgestellt. Ein vollkommen verständliches Vorgehen angesichts weit verbreiteter Armut – und zugleich problematisch. Aus der Perspektive einer radikal wachstumskritischen Bewegung stellen derartige Politikansätze einfach nur ein Weiterdrehen an der Wachstumsspirale dar. Zwar gibt es einerseits eine große Affinität zwischen linken und wachstumskritischen Positionen. Letztere müssen, konsequent zu Ende gedacht, notwendigerweise in einer Kapitalismuskritik münden. Zugleich ist das Verhältnis aber auch in vielerlei Hinsicht von Antagonismen und Widersprüchen geprägt, die sich aus realen Gegensätzen ableiten, zum Beispiel zwischen den Koalitionsinteressen der Brandenburger Linkspartei einerseits und den Wünschen der EinwohnerInnen von Proschim. Dabei ist es eigentlich mit der Wachstumskritik doch irgendwie auch ganz einfach – zumindest in ihrer ökologischen Variante. Auf einem endlichen Planeten kann es kein unendliches Wachstum des Ressourcenverbrauchs geben. Die Alternative wäre ein Überschreiten «planetarischer Grenzen», mit all den Instabilitäten und Katastrophen, die das nach sich ziehen würde. Katastrophen übrigens, die mitnichten alle Menschen gleich treffen. Wir sitzen zwar im selben Boot, aber auf verschiedenen Decks: Die Ärmsten, die am wenigsten zum Überschreiten dieser Grenzen beigetragen haben, warden am härtesten betroffen sein. Trotz gelegentlicher Unterbrechungen durch zyklische und epochale Krisen ist die kapitalistische Produktionsweise eine, die ständig wächst, ständig wachsen muss, von Quartal zu Quartal. Andernfalls liegt bereits eine «Rezession» vor.
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Das ständige Wachstum impliziert auch immer mehr Ressourcenverbrauch – eine empirisch und historisch belegbareTatsache, den die erweiterte Reproduktion des Kapitals beinhaltet notwendigerweise immer mehr Arbeitskraft, Energie und Rohmaterialien. Trotz der hoffnungsvollen Appelle der BefürworterInnen einer grünen Marktwirtschaft und ihrer Verweise auf die enormen Effizienzpotenziale einer ‹vierten industriellen Revolution›: Die kapitalistische Produktionsweise kann das von ihr selbst geschaffene Wachstumsproblem nicht lösen. Denn Effizienzgewinne führen gerade nicht zu Ressourceneinsparung. Vielmehr erlauben sie, noch mehr zu produzieren und zu verkaufen, mehr Kapital zu akkumulieren und wiederum in mehr Produktion zu investieren. Erdöl ist zum Beispiel effizienter als Kohle, ergibt mehr Energieoutput pro Geldinput. Aber der Umstieg von Kohle auf Öl hat mitnichten dazu geführt, dass absolut weniger Ressourcen verbraucht wurden. Ewiges Wachstum geht nicht, aus physikalischen und Gerechtigkeitsgründen. Kapitalismus heißt ewiges Wachstum – egal, ob «grün» oder herkömmlich. Ergo ist Wachstumskritik gleich Kapitalismuskritik.
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Wachstumskritik bietet ein interessantes Feld für links-ökologische Crossover-Projekte, wie die Arbeit der kürzlich eingestellten Enquete-Kommission des Bundestags zu «Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität» bewies. Die Hoffnung, dass die Kommission ihren Gegenstand durch mediale Präsenz einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen würde und dabei auch ein Fenster für grundsätzlichere Kritiken öffnen könnte, wurde in begrenztem Rahmen erfüllt. Dennoch fehlten aus Sicht vieler Beteiligter und Beobachtender die Impulse für politische Konsequenzen. Zugleich geht es um das Verhältnis des linken «Mosaiks» zu den sozialen Bewegungen, die sich um die Begriffe Wachstumskritik, Postwachstum und Degrowth drehen. Sie haben in den vergangenen Jahren an Boden gewonnen, etwa durch den «Wachstumskongress» im Jahr 2011 in Berlin. Der «Degrowth-Kongress» Anfang September 2014 in Leipzig wird diesen Trend verstärken. Das Wiedererstarken der Wachstumskritik – in den 1970er Jahren hatte das Thema bereits Konjunktur, als der Club of Rome den berühmten Bericht «Grenzen des Wachstums» veröffentlichte – ist für linke Kräfte dabei Herausforderung und Chance und nicht frei von Komplikationen.
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Fest steht: Die Ablehnung von Wirtschaftswachstum zumindest als oberste politische Priorität, mit der sich beinahe jedes Problem bewältigen lässt und dem sich deshalb beinahe alle anderen Belange unterzuordnen haben, hat in fast allen weltanschaulichen Grundrichtungen und ihren jeweiligen Institutionen zugenommen. Ähnlich der wachsenden Bereitschaft in Gewerkschaften, linken Gruppen und Parteien, sich verstärkt Themen wie Umweltschutz, Ernährung, alternativen Energiesystemen oder dem Klimawandel und seinen Folgen zuzuwenden, haben in vielen umweltpolitischen Zusammenhängen, Nichtregierungsorganisationen und Zeitschriften die «sozialen» Fragen an Bedeutung gewonnen.
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Kulturell und ideologisch gesehen stehen viele WachstumskritikerInnen ziemlich klar in linken Traditionslinien. Konservative wie etwa Meinhard Miegel sind eher in der Minderheit. Gleichzeitig sind die Diskurse und Positionen etwa der Degrowth-Bewegung oft stark anschlussfähig an neoliberale Positionen, wie das Beispiel der ehemaligen BUND-Vorsitzenden Angelika Zahrnt zeigt, die Forderungen nach einer Rente ab 67 und der Schuldenbremse mit dem Verweis auf Generationengerechtigkeit begründete. Da die Auseinandersetzung mit dem Wachstumsthema vor allem für viele junge Menschen einen Ausgangspunkt von Politisierung und politischer Aktivierung darstellt, ist der Kampf gegen conservative und neoliberale Artikulationen wachstumskritischer Affekte eine zentrale Aufgabenstellung linken Engagements in der Degrowth-Debatte. Gleichwohl gibt es keine allein gültige linke Position zum Postwachstum. Reale Interessensgegensätze machen den Versuch einer einheitlichen Intervention in wachstumskritische Debatten unmöglich. «Linken Ökos» mag es noch relativ leicht fallen, eine akzeptable und nachvollziehbare Position zu artikulieren. Aber wie steht es mit den Gewerkschaften und ihrem Versuch, eine kohärente Strategie des «qualitativen Wachstums» zu entwickeln? Und wie mit den internationalistischen Strukturen, die darauf beharren müssen, dass im globalen Süden bestimmte Formen und Ausmaße von Wirtschaftswachstum weiterhin notwendig sind? Darin liegt die Crux der Debatte um das ewige Wirtschaftswachstum: inhaltlich sind die Argumente oft stichhaltig und überzeugend und schwer zu widerlegen. Aber es fehlt die strategische Unterfütterung: Wer sollte Postwachstumsstrategien umsetzen – und warum? Die Gefahr ist, dass die Diskussion ein Sturm im Blätterwald bleibt, eine bloße Feuilleton-Debatte, in der die Missstände der Gegenwart zwar überzeugend dargestellt und analysiert werden, aber sich keine wirkliche Perspektive der Überwindung entwickelt.
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Steffen Kühne ist Referent für Nachhaltigkeit in der Rosa-Luxemburg-Stiftung.
Tadzio Müller forscht als Post-Doc zu Klima- und Energiefragen.
Bild: Juliane Eirich.
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DIE WACHSTUMSFRAGE steht im Mittelpunkt des internationalen Degrowth-Kongresses vom 2. bis 6. September in Leipzig, der von der Stiftung maßgeblich unterstützt wird. Insgesamt sind rund 400 Einzelveranstaltungen geplant. Zur Eröffnung sprechen die kanadische Autorin Naomi Klein und der ecuadorianische Ökonom Alberto Acosta. Leipzig ist nach Paris (2008), Barcelona (2010) und Montreal (2012) die vierte Kongressstation.

Wie sich Landgemeinden in Brasilien gegen die Ausbeutung ihrer Region wehren

Susanne Schultz, Journal Rosalux
vale
Mai 2014, im Bundesstaat Maranhão im Nordosten Brasiliens: Dreieinhalb Stunden ist die Bundesstraße BR 135 blockiert, über die normalerweise ununterbrochen Kolonnen von Lkw, Bussen und Autos rollen. VertreterInnen der anwohnenden afrobrasilianischen Landgemeinden haben sie dicht gemacht – aus ihrer Sicht das einzige Mittel, um wieder einmal auf den Kampf um Landrechte aufmerksam zu machen. Die Quilombo-Gemeinden, wie sie ganz offiziell in Rekurs auf die Widerstandsrepubliken der brasilianischen SklavInnen heißen, protestierten damit sowohl gegen den Bergbaumulti Vale als auch gegen die Behörden. Denn der Staat verschleppt schon zehn Jahre lang die Anerkennung der Landtitel dieser Gemeinden aus dem Landkreis von Itapecuru, die den Quilombos nach der Verfassung und einem Dekret von 2003 zustehen. Als der bürokratische Prozess endlich zum Abschluss kommen sollte, torpedierte Vale das Verfahren erneut und versuchte, die Uhr wieder auf Null zu drehen.
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Auch wenn dies dem Konzern nicht gelang, erreichte er dennoch mit einer Politik der juristischen Drohungen und mit Geschenken, dass sich alles erneut verzögerte. Zum Hintergrund: Vale, ein ehemaliger Staatskonzern und inzwischen seit der Privatisierung 1997 zum drittgrößten Bergbaumulti weltweit aufgestiegen, braucht die Landrechte von über hundert indigener oder afrobrasilianischer Gemeinden, um neue Gleise legen zu können und damit die konzerneigene 900 Kilometer lange Eisenbahntrasse von den Eisenerzminen im amazonischen Carajás bis zum ebenfalls konzerneigenen Hafen in São Luis auszubauen. Ziel ist die Ausbeutung einer riesigen neuen Mine im Nationalpark von Carajás, womit in den nächsten Jahren gestartet werden soll. Die Produktion von Carajás wird damit von auf weit über 200 Millionen Tonnen Eisenerz pro Jahr mehr als verdoppelt werden – Eisenerz, das auch für die deutsche Stahl- und Automobilindustrie zentral ist. Schließlich bezieht Deutschland mehr als50 Prozent des hierzulande verarbeiteten Eisenerzes aus Brasilien.
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Vale ist ein übermächtiger Konzern, der von den Behörden aktiv unterstützt wird. Er lenkt die Geschicke der Region bereits seit 30 Jahren. Damals proklamierte die Militärdiktatur unter Präsident Figueiredo das Programm «Grande Carajás», das große Erschließungs- und Entwicklungsprogramm im Maranhão und dem angrenzenden amazonischen Bundesstaat Pará. Mit etwa 900.000 Quadratkilometern umfasste das gigantische Programm zur räumlichen und ökonomischen Restrukturierung eine Fläche, die mehr als zweieinhalb so groß ist wie Deutschland. Straßen, Häfen, die Eisenbahnlinie sowie der gigantische Staudamm Tucurui wurden gebaut, Eisenerz- und Bauxitminen errichtet und Aluminiumindustrie und Eisenhütten angesiedelt. Versprochen wurden Modernisierung, Industrialisierung und Entwicklung. Heute ist der ursprüngliche Regenwald der Region weitgehend verschwunden.
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Er fiel den Holzfirmen und ganz wesentlich den Kohlemeilern zum Opfer, in denen unter miserablen Arbeitsbedingungen Holzkohle für die Eisenverhüttung produziert wird. Im Gefolge von Straßen- und Eisenbahnbau rückte auch die moderne Agroindustrie mit Soja- und Eukalyptusplantagen in immer weitere Gebiete vor.
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Aber «Entwicklung» ist nicht in Sicht, zumindest nicht so wie damals versprochen. Heute zählt der Bundesstaat Maranhão zu den ärmsten Brasiliens – und viele ArbeiterInnen auf den Baustellen, den Kohlemeilern und Hütten, den Goldwaschanlagen und Plantagen in Ostamazonien sind MigrantInnen aus diesem Bundesstaat.
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Die Präsenz der Bauarbeiterkolonne, mehr mögliche Unfälle wegen fehlender Bahnübergänge, unterbrochene Bachläufe und weniger Fischfang – gegen diese Beeinträchtigungen und Schäden durch den Bahnausbau demonstrieren die Quilombo-BewohnerInnen.
Zugleich sind es die Geschichte der Ungleichheit und die Arroganz der Macht von Vale und der Behörden, die sie auf die Straße treibt. «Wieder einmal herrschen eine Politik der Almosen, Günstlingswirtschaft und Behördenwillkür», prangert Sislene Costa von der Nichtregierungsorganisation Justiça nos Trilhos (Gerechtigkeit auf Schienen) an. Sie unterstützt die Gemeinden von Itapecuru seit Jahren in ihrem Kampf. Das Grundrecht auf Land dagegen werde von Vale und dem Staat ignoriert, sei aber die Grundlage für alle anderen Rechte der Landbevölkerung. Um die lokalen Kämpfe ging es auch bei einem Kongress zu den Folgen von 30 Jahren «Grande Carajás»- Programm. Unterstützt von der Rosa-Luxemburg-Stiftung, trafen sich Anfang Mai knapp tausend TeilnehmerInnen auf dem Universitätscampus von São Luis, der Hauptstadt von Maranhão. – Sie demonstrierten auch vor dem Palast der Gouverneurin und vor dem Büro der Vale. Vertreten waren neben kritischen ProfessorInnen und Studierenden ein breites Netzwerk von Organisationen: die Quilombos und VertreterInnen weiterer 13 indigener Völker, RepräsentantInnen der Landlosenbewegung, die Landpastoralen (CPT) und der Indigenenrat CIMI sowie Menschenrechts- und Umweltorganisationen.
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Auch Protestbewegungen gegen Bergbauprojekte des Multis Vale aus anderen Ländern wie Kanada und Mocambique diskutierten über Vernetzungsstrategien. Die fragmentierten Kämpfe gegen den Extraktivismus in der Region wurden so sichtbar: etwa der Protest der Siedlung Piquiá de Baixo aus Açailandia, einer Stadt an der Bahnlinie, in der sich gleich mehrere Eisenhütten angesiedelt haben. Die EinwohnerInnen kämpfen seit Jahren wegen enormer Gesundheitsschäden für ihre Umsiedlung in ein unbelastetes Gebiet. Die Fischergemeinden aus der städtischen Region São Luis berichteten, dass sie erneut von der Umwandlung ihrer Dörfer in eine Industriezone bedroht sind – zehn Jahre nach einem erfolgreichen Kampf gegen einen großen Eisenhütten- und Stahlkompex unter Beteiligung von Thyssen-Krupp an der Bucht von São Luis. Anacleta Belfort, eine Vertreterin der Quilombos, nannte ihren Redebeitrag schlicht: «Wir haben keine Angst vor Vale». Und «Não Vale!» war ein wichtiger Slogan des Kongresses. Übersetzt heißt das so viel wie: Es lohnt sich nicht, es ist nicht ok.

Susanne Schultz ist Politikwissenschaftlerin und war Lateinamerikareferentin der Rosa-Luxemburg-Stiftung.
Photo: Verena Glass
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Journal «RosaLux»
Herausgeber/Innen: Rosa-Luxemburg-Stiftung
Erschienen: Juli 2014

CamponesesPorSavana_ViaCampesina

Aproveitando a Conferência Triangular dos Povos, organizações denunciam desapropriações de camponeses e a ligação de políticos com as empresas estrangeiras que atuam no programa
 
Brasil de Fato.
Organizações da sociedade civil envolvidas na campanha “Não ao ProSavana” pretendem internacionalizar a iniciativa, além de acionar mecanismos jurídicos a nível nacional e das Nacões Unidas para responsabilizar os envolvidos no programa pelos danos que possam causar aos camponeses. Este plano de ações foi revelado na última terça-feira, durante uma coletiva de imprensa por conta da segunda Conferência Triangular dos Povos (de Moçambique, Brasil e Japão) realizada dia 24, em Maputo, que reuniu cerca de 250 pessoas.
Segundo as organizações, a decisão foi tomada como resultado da falta de resposta por parte dos governos à Carta Aberta publicada em agosto de 2013 que continha denúncias da sociedade civil referentes a usurpação de terras aos camponeses por parte de empresas de origem brasileira e japonesa que operam no ProSavana, nas província de Nampula, Zambézia e Niassa.
De acordo com Ana Paula Taucale, vice-presidente da União Nacional dos Camponeses de Moçambique (UNAC), as consequências negativas da implementação do ProSavana no país já prejudicam a vida dos camponeses, em particular das mulheres. Só no distrito de Monapo, província de Nampula, cerca de 3 mil hectares de terras foram retiradas dos camponeses locais, para dar espaço à monocultura da soja. Em Malema, mais de 10 mil famílias foram desapropriadas das suas terras.
“A retirada das terras dos camponeses acontece sem nenhuma consulta às comunidades tal como estabelece a Lei de Terras, e como camponeses a nossa profissão é a terra onde buscamos a produção através da agricultura familiar. Queremos apoio para desenvolver a agricultura dos camponeses em insumos agrícolas e acesso ao mercado para a comercialização dos nossos produtos agrícolas”, reivindicou
O pesquisador da UNAC, Vicente Adriano, acrescentou que as empresas estrangeiras que atuam no ProSavana têm conexões com às elites do poder político que na sua maioria atua como sócias dessas, que em alguns casos chegam a usurpar as terras aos camponeses com base em ameaças.
 
Agrotóxicos no Brasil
Organizações brasileiras também vão ter posição ativa na campanha contra o programa. William Clementino, vice-presidente da CONTAG no Brasil, afirmou que os movimentos vão reforçar a participação ativa da sociedade civil na campanha e lembrou do Proceder, programa que foi implementado no cerrado brasileiro e trouxe muitos problemas à região.
“O programa não vai produzir alimentos para as pessoas consumirem, mas sim para exportar ao mercado internacional, como é o caso da soja, algodão e o milho. Este programa também vai trazer problemas de saúde às populações locais, devido aos agrotóxicos que são emitidos com a produção destas culturas. Esse é um impacto que se verificou no Brasil, na implementação de um programa semelhante e até hoje, as crianças nascem com problemas de saúde”, explicou Clementino.
 
Texto originalmente publicado no Brasil de Fato, em 28/07/2014.
Foto: Via Campesina/GRAIN.

buitres
Por Julio C. Gambina – ALAI.
Continúa la historia de la deuda con los buitres y la justicia de EEUU, con capítulos diarios que agregan novedades al análisis y al problema del endeudamiento y sus gravosas consecuencias para la población.
Finalmente llegó el día D, el 30 de Julio, fecha en que vencía el plazo para acreditar en cuenta de los bonistas ingresados al canje de deuda del 2005 y 2010. Los fondos estaban y están en el Banco Mellon de NY, depositados a fines de junio pasado por el gobierno de Argentina, y el juez Griesa no permite su acreditación, por lo que aun cuando el país dispuso de los fondos para cancelar la deuda, los beneficiarios de esos recursos no los reciben.
Es el argumento para hablar de default, calificación que el gobierno rechaza, mientras las calificadoras de riesgo, entidades privadas vinculadas al sistema financiero mundial establecieron el “default selectivo”, es decir, de una parte de la deuda. El resultado inmediato es que dispararon el cobro de los seguros por default respecto de esos títulos, lo que supone un gran negocio.
Las deudas y el sistema financiero están llenos de oportunidades para buitres conocedores de los pormenores de la especulación exacerbada del capitalismo de época.
Desde el gobierno se instruyó a la Comisión Nacional de Valores para gestionar en EEUU una demanda de investigación sobre la connivencia del juzgado de Griesa con el negocio de los seguros por default, en alusión a la parcialidad del letrado con los fondos buitres.
Otro elemento a considerar es el papel de los bancos. Primero fueron los bancos nacionales de capital privado que intentaron una operación de compra de los títulos de la sentencia Griesa o el depósito en garantía de unos 250 millones de dólares para generar la posibilidad del stay o cautelar que dispondría el Juez para pagar a los bonistas. Dijeron los banqueros que era una acción “patriótica” y se dio a entender que había guiño desde el gobierno, especialmente desde el BCRA. La operación no prosperó pero estaban en juego las tenencias de títulos en manos de los bancos y su potencial desvalorización.
La posta la asumen ahora un conjunto de bancos extranjeros, con la misma preocupación “patriótica”, es decir, sus intereses por resguardar las inversiones en títulos de la deuda argentina.
Cada quien juega sus propios intereses
Estamos ante una situación de elevada complejidad donde cada quien atiende su juego.
El juez se planta en su sentencia.
Los fondos buitres tienen dictamen de cobro por el 100% y al contado y negocian desde allí, además de cobrar sus seguros contra default.
Los bancos intentan intervenir y aun con fracaso, mientras la ilusión de la negociación dura intervienen en la evolución del mercado de capitales con alzas de valores que favorecen sus movimientos de corto plazo.
La posición del gobierno pareciera apunta a llegar a diciembre para que finalice el marco de vigencia de la cláusula RUFO y entonces si negociar con los buitres sin temor a la potencial demanda del 92,4% de ingresados al canje, estimada entre 120.000 y 500.000 millones de dólares.
En definitiva, todos los escenarios culminan en el pago de la deuda, y lo que se discute es el cuanto y como del pago de la misma.
La danza de valores se cuenta por millones y son recursos que restringen la capacidad de asistencia de otras demandas o deudas sociales.
Como sostuvimos varias ocasiones, la deuda condiciona y establece privilegios en la disputa de los recursos públicos. En la reunión del Mercosur en Caracas la presidenta anunció que la Argentina canceló 190.000 millones de dólares en el último tiempo y con esfuerzo propio, sin ayuda externa, ya que el país estaba y está afuera del mercado de crédito internacional.
Las consecuencias son gravísimas, porque se postergan demandas sociales, sea el 82% móvil que demandan los trabajadores jubilados, la disminución del mínimo no imponible del impuesto a las ganancias, o directamente su eliminación, la solicitud de mejoras de ingresos salariales o beneficios de planes sociales y ni hablar de los presupuestos para el gasto social en educación, salud u otras áreas.
Más allá de las novedades cotidianas, esta novela con entregas diarias devuelve un escenario de especulación financiera exacerbada a escala global y por lo tanto la necesidad de disputar una nueva arquitectura financiera mundial. No es novedad, y el intento tiene varios años y fracasos múltiples motivados por quienes hegemonizan el sistema, a la cabeza EEUU y el orden instrumentado hace 70 años con el FMI y el BM.
Ante el fracaso de infructuosos esfuerzos se organizan iniciativas regionales cuyos resultados están por verse aún, por caso las iniciativas de los BRICS o las enunciadas en torno al demorado Banco del Sur.
El interrogante es si eso es posible en el marco del orden capitalista y en rigor, la nueva arquitectura financiera solo será posible si se modifican las relaciones sociales de producción a nivel de cada país y una articulación productiva integrada regionalmente que modifique el modelo productivo y de desarrollo, es decir, un camino que suponga la crítica y la superación del orden capitalista.
Campaña para suspender pagos e investigar
Por ello es que resulta importante asumir una tarea de esclarecimiento y difusión de estrategias alternativas, entre las que destacamos la campaña iniciada por la “Asamblea por la suspensión del pago e investigación de la deuda y por la defensa del patrimonio nacional y los bienes comunes” que impulsan un conjunto de personalidades, organizaciones sociales y políticas sustentando.
Entre las principales consignas se sostiene que “El pueblo debe saber de qué se trata”, qué “la única deuda es con el pueblo”, qué “no hay que pagar deuda ilegitima, odiosa y fraudulenta”, que se requiere “suspender los pagos e investigar la deuda” y además “defender los bienes comunes”.
En conjunto constituyen un programa alternativo al sustentado por el club de pagadores, mayoritarios en el sistema político que conforman oficialismo y oposición. Es un programa y una iniciativa política para constituir subjetivad contra el pago de la deuda y por instaurar una auditoría integral de la deuda con participación popular, con cuyos resultados se pueda discutir el privilegio en el uso de los recursos públicos.
Necesitamos fuerza social y política para terminar con el cáncer de la deuda y discutir la política económica para un modelo productivo y de desarrollo que parta de las necesidades populares en un marco de integración no subordinada, por la liberación social.
Buenos Aires, 2 de agosto de 2014
– Julio C. Gambina, Presidente de la Fundación de Investigaciones Sociales y Políticas, FISYP.
Texto publicado originalmente en ALAI – América Latina en Movimiento.